Symptom Trump

… es ist nicht das Blutvergießen, das Macht hervorruft.

Es ist die Zustimmung dazu.

Mary Renault (1905-1983), Brit. Schriftstellerin

Alle fiebern derzeit der US-Wahl Anfang November entgegen, und sämtliche vernünftigen Menschen hoffen inständig, dass Trump verliert. Und selbstverständlich wäre ein Sieg Bidens am kommenden Dienstag erfreulich und eine große Erleichterung für uns alle, er wäre wie die Beendigung eines bösen Spuks, das Aufwachen aus einem bizarren Alptraum, besonders natürlich für die US-Amerikaner selbst.

Was dabei aber gern übersehen wird, ist, dass auch eine Niederlage Trumps das Grundproblem nicht löst. Ohne die zig Millionen dummen und bösen Menschen, die ihn wählten, wählen und unterstützen, wäre der Orangefarbene nur ein manierierter narzisstischer Trampel, den kaum jemand kennen würden, und der wohl nur wenige Freunde hätte, ein unbedeutender, unintelligenter, unsympathischer Unternehmerheini unter vielen und weitgehend machtlos. Aber die tumbe Masse macht ihn zum mächtigsten Mann der Welt. Diese Masse ist die eigentliche Krankheit, Donald Trump ist nur ein Symptom. Auch wenn das Symptom vorübergehend verschwinden sollte, ändert sich an der zugrundeliegenden Seuche garnichts.

Mir träumte dieser Tage, Trump würde doch, gegen alle Umfragen und Wahrscheinlichkeiten, die Wahl gewinnen. Nach anfänglichem Erschrecken darüber sagte ich mir, mich selbst beruhigend, dass so wenigstens innerhalb der nächsten 4 Jahre kein zweiter amerikanischer Bürgerkrieg ausbricht.

Titelbild: Hugleikur Dagsson

© Matthias Wehrstedt 2020

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