Life is a losing game – Zum 35ten Geburtstag von Amy Winehouse

Over futile odds
And laughed at by the gods
And now the final frame
Love is a losing game

Amy Winehouse, Love is a Losing Game, 2006

 

Heute, am 14. September, wäre die britische Soul-Sängerin Amy Winehouse 35 Jahre alt geworden – und also auch heute noch eine junge Frau gewesen. Sie wurde jedoch nur 27: am 23. Juli 2011 wurde Amy Winehouse tot in ihrer Londoner Wohnung aufgefunden; unmittelbare Todesursache war vermutlich eine Alkoholvergiftung.

Ich halte zwar eigentlich wenig von Ferndiagnosen, aber bei Amy Winehouse springt den klinischen Psychologen der Verdacht auf eine Borderline-Persönlichkeitsstörung geradezu an – so ging es mir wenigstens, auch als ich noch wenig über die Sängerin wusste. Beschäftigt man sich ein wenig näher mit ihrem Leben – z.B. ist die sehr bewegende Dokumentation Amy – The girl behind the name von Asif Kapadia zu empfehlen – verstärkt sich diese Vermutung noch.Weiterlesen »

Meme (8): 115ter Geburtstag von Theodor W. Adorno

Am 11. September 1903 wurde der Philosoph Theodor W. Adorno in Frankfurt am Main als Sohn der Sängerin Maria Calvelli-Adorno und des jüdischen Weingroßhändlers Oscar Alexander Wiesengrund geboren. Er gilt als der wohl bedeutendste Vertreter der Kritischen Theorie, die auch unter dem salopperen Namen Frankfurter Schule berühmt wurde. In seinem Werk wird die Hegelsche Dialektik, der Marxsche Antikapitalismus und Ideen der Psychoanalyse weitergedacht in Richtung einer ebenso radikalen wie fundamentalen Kritik der modernen hochtechnisierten Gesellschaften und der sie beherrschenden positivistisch-szientistischen Ideologie. Adorno gilt außerdem als bedeutender Komponist. Er verstarb im August 1969 während eines Urlaubs in den Schweizer Bergen.

Mem-Bild in voller Größe:  http://www.imagebam.com/image/4d1b6b971281384

 

© Matthias Wehrstedt 2018

Will eigentlich niemand die Demokratie retten?

Die Bürger werden eines Tages nicht nur die Worte und die Taten der Politiker zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der Bürgermehrheit.

Martin Luther King

 

Es ist schon verblüffend, was derzeit in Deutschland politisch passiert. Mit aller Unverschämtheit und Borniertheit, die sich aufbringen ließ, pressten die Rechtspopulisten der bayrischen CSU der Kanzlerin weitreichende Zugeständnisse in der Flüchtlingspolitik ab und brachten dabei ihre eigene Berliner Regierung und nebenbei Europa in eine schwere Krise. Dass es ihnen dabei weniger um die Umsetzung ihrer konkreten Pläne, was Lager für Geflüchtete oder das Verfahren an den Grenzen ging, als darum, die Christenunion und Deutschland insgesamt, koste es was es wolle, weiter nach rechts zu drängen, selbst auf Gefahr der Selbstdemontage, war dieser Krawallpolitik nicht schwer anzumerken. Das letztliche Ziel der CSU-Chaoten ist klar: die Installation einer neuen autokratischen Politik wie in Ungarn oder Polen; die Vorbilder heißen Orban und Kaczyński. Man macht daraus auch gar keinen Hehl mehr, auch das neue bayrische Polizeigesetz zeigt ja, wo es künftig langgehen soll. Es fehlt schon nicht mehr viel und die Seehofers und Dobrindts sprechen die volle Wahrheit unumwunden aus: dass ihnen nämlich das ganze Grundgesetzes- und Menschenrechtsgedöns sowieso schon immer mächtig auf den Geist gegangen ist und endlich abgeschafft gehört.Weiterlesen »

Lobpreis des Inneren Schweinehunds

[…] es gibt […] nichts, was einen zum Weitermachen veranlasst; darin, dass das Leben weitergeht, besteht sein eigentliches Wesen. Der Mensch wird nicht durch Motive regsam und aktiv gemacht; seine Regsamkeit ist einfach ein Aspekt seiner Existenz.

George A. Kelly

 

Arbeitsethos, Leistungsorientierung und Selbstoptimierung sind sehr typische Erscheinungen der modernen Welt. Dass wir heute in den „westlichen“ Staaten – verglichen mit den offen repressiven Gesellschaften vergangener Zeiten – (noch) relativ frei leben können, hat nicht zuletzt damit zu tun, dass es heute keines gewaltsamen Ansporns der herrschenden Schichten mehr bedarf, um das Volk zu Disziplin und Arbeit zu zwingen. Die Menschen des späten Kapitalismus sind längst ihre eigenen Antreiber und Bewacher geworden.Weiterlesen »